Der Garten im Dezember

1. Dezember 2021

Wie immer im Spätherbst neigt sich die Gartensaison mit Riesenschritten dem Ende entgegen, nicht aber die Gartenarbeit. 

Wir zeigen Ihnen, welche Gartenarbeiten im Dezember anstehen und was Sie beim Kompostieren beachten sollten.

Welche Gartenarbeiten stehen im Dezember an?

Durch trockene Sommer verschieben sich manche natürliche Rhythmen nach hinten. Dadurch kommt im Dezember noch einiges auf den Gartenbesitzer zu. Je nach Nutzung gehören dazu:

  • Laub
  • Strauch- und Baumschnitt
  • Staudenabfälle
  • Ernterückstände

Wer sich hierbei nachhaltig verhalten möchte - und das sollte heutzutage jeder verantwortungsvolle Gartenfreund - wirft die Abfälle nicht einfach in die Biotonne, sondern behandelt sie als Wertstoff. Das ist nämlich der bessere Begriff dafür.

Herbstlaub und Baumschnitt in großen Gartensäcken
Im Spätherbst fallen die Blätter und Baumschnitte stehen an. (Bild von Efraimstochter auf Pixabay.com)

Wie funktioniert der Wertstoff-Kreislauf im Garten?

Der Wertstoff Kreislauf im Garten


Vorteile des Wertstoff-Kreislaufs im Garten

  • Alle Wertstoffe kommen im richtigen Verhältnis im Boden vor. So muss keiner hinterherlaufen, um die Verluste durch Düngung auszugleichen.
  • Die herabgefallenen Rohstoffe faulen nicht einfach vor sich hin, sondern sind Nahrung für eine Vielzahl von Tieren ganz unterschiedlicher Größe, von Wild angefangen bis zu mikroskopisch kleinen Lebewesen, über viele Zwischenschritte. So halten diese Abfallstoffe die ungeheuer große Artenvielfalt aufrecht und bilden die Grundlage der Nahrungskette.
  • Die endgültige Verrottungstätigkeit findet vor allem im Boden statt und schafft dort ein hochkomplexes System von Krume und Hohlräumen, in dem Luft, Wasser und Nähstoffe gespeichert werden können und somit den Pflanzen unmittelbar zugutekommen. Speziell im Extremsommer 2018 haben sich derartige Qualitätsunterschiede im Boden deutlich gezeigt. Erschöpfte und mit Humus unterversorgte Böden gingen viel schneller in die Knie, was deutlich an schlecht wachsenden oder sogar absterbenden Pflanzen zu erkennen war.

Nun darf man aber vom Gartenbesitzer nicht erwarten, seinen Garten ab sofort sich selbst zu überlassen mit dem Argument, dass er jetzt biologisch Gärtnern sollte. 

Trotzdem lassen sich bei aller Ordnung, die ein gepflegter Garten braucht, natürliche Prozesse auch kontrolliert durchführen. Der Aufwand ist dabei erstaunlich gering und müsste eigentlich jeden motivieren, in Zukunft seine Gartenabfälle zu recyceln. 

Nachhaltigkeit fängt an der eigenen Haustür an.

Wie geht man beim Kompostieren vor?

Kompostieren ist die Kunst, anfallende Wertstoffe im Garten schnell und effizient dem System zurückzuführen. Dazu muss alles möglichst gut zerkleinert und homogen gemischt werden. 

Gartenabfälle einfach auf einen Haufen in die Gartenecke werfen, das funktioniert schon mal nicht und passt auch nicht zu einem gepflegten Garten. Wie geht man also am besten beim Kompostieren vor?

Voraussetzungen:

  • Ein leistungsstarker Gartenhäcksler, der auch Laub gut zerkleinern kann. Damit er den Nachbarn nicht auf die Nerven fällt, sollte man auf den Blauen Engel achten, denn er steht für eine geringe Lärmemission.

Vorarbeiten:

  • Speziell im Winter muss man peinlich darauf achten, dass zu keiner Zeit Laub auf dem Rasen liegt, weil sich darunter Feuchtigkeitsnester bilden und auch das Gras durch Lichtabschluss abstirbt. Pilzkrankheiten und kahle Stellen öffnen Unkrautwuchs in der kommenden Saison Tür und Tor. Weitere Informationen finden Sie auch in unserem Ratgeberartikel "Herbstlaub sinnvoll verwenden".

Ein roter Häcksler steht im Garten
Bei großen Mengen hilft nur Technik. Häcksler und Komposter gibt es natürlich bei uns. (Bild von EKM-Mittelsachsen auf Pixabay.com)
Heckenschnitt mit einer elektrischen Heckenschere
Der Hecke zu Liebe: Ein scharfer Schnitt hilft der Hecke, sich zu erholen. (Bild: Cuhle-Fotos/Shutterstock.com)

Vorgehen:

  1. Am einfachsten sammelt man tote Blätter mit dem hoch gestellten Rasenmäher ein, dann werden sie auch schon vorzerkleinert. Vorsicht: Bitte keinesfalls dabei Gras abmähen, die Halme brauchen in der dunklen Jahreszeit jeden einzelnen Lichtstrahl zum Überleben - je länger sie dabei sind, desto größer ist ihre Lichtausbeute. Im Sommer dagegen sollte Grasschnitt immer gut mit Häckselgut vermischt werden, damit Luft zirkulieren kann, sonst fault es.
  1. Weil jetzt keine Vögel mehr nisten, ist der Winter auch der beste Zeitpunkt, Hecken in Form zu bringen. Damit die Wunden schnell verheilen können, ist eine scharfe Klinge erforderlich und die Heckenschere sollte für einen sauberen Schnitt immer eine Nummer größer gewählt werden, als man zunächst denkt. Nichts ist schlimmer, als eine Heckenschere, die dauernd rupft und einem die Konzentration auf die eigentliche Aufgabe raubt. Ein längeres Schwert erleichtert zudem eine präzisere Führung und liefert ein viel besseres Resultat in kürzerer Zeit. Tipp: Wer beim Heckenschnitt vorher eine derbe Plane unterlegt, kann das Schnittgut darin direkt zum Häcksler tragen. Weitere Tipps finden Sie unserem Ratgeberartikel "Heckenschnitt im Herbst".
  1. Bevor man das Häckselgut in den Komposter einfüllt, sollte es gut durchmischt und mit einer Handvoll Kompostbeschleuniger angereichert werden. Dabei handelt es sich um stickstoffhaltige Substanzen, die spezielle Bakterien fördern. Diese wiederum beschleunigen die Umsetzung des Häckselgutes zu hochwertigem Kompost. Dadurch häuft man im Garten keine großen Mengen an und kann den Kompost schnell verwenden.
  1. Laub, das jetzt noch unter der Hecke oder in toten Ecken liegt, sollte gesammelt und zerkleinert werden. Aber aufgepasst. Laub ist auch ein bewährter Überwinterungsplatz für allerlei Insekten und andere nützliche Kleintiere. Also wo es nicht stört, ist es besser, es liegen zu lassen.
Ein Asthaufen im Garten
Im Winter auch an die Tiere im Garten denken. Ein paar kleine Stellen dürfen "unaufgeräumt" bleiben. (Bild: TS Marketing & Consulting UG)

Extra-Tipp: Intelligent ist es, Laub zusammen mit Ast- oder Strauchwerk zu häckseln, dann ist das Ergebnis „griffiger“, das heißt homogener gemischt.

Akkutechnik bei Gartenarbeiten im Dezember

An Stellen, wo Laub sammeln knifflig ist, kann auch ein Laubbläser zum Einsatz kommen. Auch hier lässt sich der Frieden mit den Nachbarn erhalten, denn mittlerweile gibt es eine gute Auswahl akkubetriebener und damit deutlich leiserer Varianten. Wir, Ihr Fachhändler vor Ort, haben da sicherlich das Passende zur Hand.

Apropos Akkugeräte. Mittlerweile ist die Leistungsfähigkeit von Akkus selbst den vor Kraft strotzenden Motorsägen gewachsen, sodass im Hausgarten die lauten und nach Benzin riechenden Kettensägen hinterfragt werden sollten. Wenn es sich nicht um Profis handelt, die solche Geräte im Dauereinsatz betreiben, ist eine Akkusäge aus zwei Gründen oft die bessere Wahl:

  • Sie ist leiser
  • Sie ist sicherer

Welche Schnittarbeiten sollten im Winter erfolgen?

Nachdem die Tageslänge Ende Dezember ihr Minimum erreicht, sind Gehölze in absoluter Saftruhe und zeigen keinerlei Wachstum. Viele Gehölze schneidet man am besten nur in dieser Zeit zurück, weil sie sonst stark bluten und dadurch an Kraft verlieren, etwa Kiwi-Ranken. 

Die folgende Übersicht zeigt Ihnen, welche Schnittarbeiten im Winter erfolgen sollten - und welche besser nicht:

  • Schnittarbeiten an den meisten Bäumen

  • Schnittarbeiten an Obstgehölzen
  • Schnittarbeiten an Rosen


  • Schnittarbeiten an Frühjahrsblühern (z. B. Forsythien, Flieder)

Vorteile von Schnittarbeiten im laublosen Zustand:

  • Man hat den besten Überblick, was weg muss und was bleiben kann.
  • Kahle Äste lassen sich deutlich besser häckseln.

Welche Wertstoffe gehören auf den Kompost?

In der folgenden Übersicht ist aufgelistet, welche Wertstoffe auf den Kompost gehören und welche nicht.

  • Abfälle aus Stauden- und Nutzbeeten, da sie ebenfalls Nährstoffe eingelagert haben, die es jetzt zu recyceln gilt
  • Alle sauberen Gemüseabfälle aus der Küche
  • Eierschalen

  • Speisereste, die zubereitet und somit meist gesalzen sind
  • Fleisch
Ein sauber geführter Kompost lockt weder Ungeziefer an noch entwickelt er Gerüche. Das passiert erst mit Speiseresten.

Was sind die Vorteile von Flächenkompostierung?

Noch ein Tipp zum Schluss: Relativ unbekannt ist es, Kompost nicht im Komposter, sondern direkt auf den Beeten verrotten zu lassen. Dieses Verfahren heißt Flächenkompostierung. Besonders sinnvoll ist es unter Sträuchern, als Mulchmaterial um Baumscheiben sowie in Staudenbeeten.

Folgende Vorteile hat die Flächenkompostierung:

  • Man kann das Laub im Winter ohne großen Aufwand auf den kahlen Boden aufstreuen und schafft somit nahezu natürliche Verhältnisse, die optisch so gut wie gar nicht auffallen.
  • Das Laub bildet eine hervorragende Schutzdecke gegenüber Austrocknung und zu schnellem Eindringen von Frost in den Boden. Ist es sorgfältig zerkleinert, kann ihm auch Wind nichts anhaben (anders als bei unbearbeitetem Herbstlaub).
  • Frühblühende Zwiebelblumen können ungehindert durch die Laubkompostschicht wachsen und bekommen bei einsetzender Wärme sofort schonend Nährstoffe zugeführt, weil dann der Kompost viel schneller als in einem Gefäß verrottet, schließlich ist die Oberfläche um ein Vielfaches größer.
  • Die Methode ist deutlich ökologischer, weil im großflächigen Bodenkontakt erdbewohnende Organismen unmittelbar gefördert werden und sie die Bodengesundheit aufrecht erhalten. Regenwürmer z. B. ziehen Unmengen des Laubkomposts in den Boden und erzeugen daraus in der Tiefe in ihrem Darm wertvollen Dauerhumus. So ganz nebenbei schaffen sie auch Luft- und Ablaufkanäle für Überschusswasser und sorgen für ein ausgeglichenes Wurzelraumklima – kostenlos und ohne Arbeit für den Gärtner.

Zerkleinertes Herbstlaub als Mulch
Zerkleinertes Herbstlaub eignet sich hervorragend zur Flächenkompostierung. (Bild: Graham Corney/Shutterstock.com)

Ist dann um den Jahreswechsel alle Arbeit erledigt, kann man sich getrost der Pflege seiner Geräte widmen, aber das ist ein anderes Thema. Und in der Zwischenzeit dreht sich im Garten das Rad weiter, denn die Pflanzen bereiten sich jetzt schon im Verborgenen auf die kommende Saison vor.


Artikel von TS Marketing & Consulting UG

Header-Bild: EKM-Mittelsachsen auf Pixabay